Natur

So können wir das Klima schützen

Schritt für Schritt klimaneutral werden

Was bedeutet Klimaneutralität? Wie kann ein Produkt klimaneutral sein? Wie berechnet man die Klimabilanz eines Unternehmens? Was kann ich selbst tun, um meinen CO2-Fußabdruck zu verbessern? Hier gibt es Antworten auf diese Fragen.

Klimaneutral – was heißt das genau?

Klimaneutralität kann man sich als Gleichgewicht vorstellen. Der Ausstoß von Treibhausgasen wie zum Beispiel Kohlendioxid oder Methan muss der Aufnahme dieser Gase aus der Atmosphäre in Kohlenstoffsenken (Erklärung siehe unten) entsprechen. Um das Ziel der sogenannten Netto-Null-Emissionen zu erreichen, müssten alle klimawirksamen Emissionen reduziert werden, indem man dieselbe Menge an Treibhausgasen aus der Luft bindet.

Klimaneutralität lässt sich berechnen, nicht messen

Der Begriff „klimaneutral“ ist letztendlich eine rechnerische Größe. Im Grunde gibt es kaum Produkte oder Dienstleistungen, die von sich aus vollkommen klimaneutral sind. Selbst der Apfel vom Bauern auf dem Wochenmarkt wurde vielleicht von einer Pflückmaschine geerntet, verpackt und dann per Traktor zum Markt transportiert. All diese Faktoren kann man berechnen.

In diesem Sinne bedeutet klimaneutral, dass für ein Produkt oder eine Leistung rein rechnerisch entweder keine Treibhausgase entstehen oder genau so viel Treibhausgase aus der Atmosphäre aufgenommen wie ausgestoßen werden.

Der Transport der Äpfel steht hier zum Beispiel auf der Soll-Seite, demgegenüber lässt sich die Aufnahme von CO₂ aus der Luft durch den Apfelbaum auf die Haben-Seite stellen. Unter dem Strich sollte dann eine Null stehen. Das wäre dann klimaneutral.

Wie können Produkte oder Dienstleistungen klimaneutral sein?

Viele Firmen werben damit, klimaneutrale Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Bei manchen, wie Obst oder Möbel, kann man das nachvollziehen. Aber sogar Flüge werden als klimaneutral beworben, obwohl bei der Verbrennung von Kerosin offensichtlich viele schädliche Emissionen freigesetzt werden.

Das bedeutet dann, dass der Anbieter durch Kompensationsleistungen exakt so viel CO₂ ausgleichen muss, wie beim Verbrennen des Treibstoffs in die Luft entweicht. Sich als Unternehmen «freizukaufen» ohne echte Verbesserung des eigenen Geschäftsmodells lehnen viele Menschen ab, wir finden: zu Recht.

Was sind Kohlenstoffsenken?

Im globalen Kohlenstoffkreislauf sind die sogenannten Kohlenstoffsenken besonders wichtig. Das sind natürliche Reservoirs, die Kohlenstoff aufnehmen und speichern können – und dadurch dem Klimawandel entgegenwirken. Böden, Wälder und Ozeane sind die größten natürlichen Kohlenstoffsenken. Auch wenn immer intensiver daran gearbeitet wird, gibt es noch keine technischen Lösungen, um CO₂-Emissionen in relevanter Menge aus der Atmosphäre aufzunehmen.

Indem wir und unsere Anbaupartner weltweit Gärten und Anbauflächen biologisch bewirtschaften, trägt Weleda auch zum Erhalt von Kohlenstoffsenken bei. Biologisch bewirtschaftete Böden speichern nachweislich mehr Kohlenstoff als konventionell genutzte Böden. Wir fördern darum unsere Anbaupartner weltweit, auf biologischen Anbau umzustellen. Zudem unterstützen wir aktiv Projekte wie die Borneo Orangutan Survival Foundation (BOSF), die zusammen mit der indonesischen Bevölkerung die letzten Orang-Utans schützt und ihren Lebensraum erhält und den Regenwald aufforstet und wiedervernässt.

Wie klimaneutral bin ich selbst?

Ein klimaneutrales Leben zu führen, ist gar nicht so einfach. Denn es geht nicht nur um Heizen, fliegen und Auto fahren. Im Internet gibt es viele Rechner, die unseren persönlichen Klimafußabdruck berechnen und gute Ideen liefern, wie man im Alltag den eigenen CO₂-Verbrauch senken kann, zum Beispiel auf http://www.footprintcalculator.org/. Wie ernähre ich mich? Wie viel Fleisch kommt auf den Teller? Welchen Strom beziehe ich? Welche täglichen Strecken sind auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der Bahn machbar? Wo lege ich mein Geld an? Hier kann man als Einzelne/r viel tun, indem man seinen Lebensstil und Konsum überdenkt und vielleicht auch neue Wege einschlägt. Außerdem kann man Klimaschutz-Initiativen unterstützen. Hier gibt es sehr viele Angebote, wenn man zum Beispiel selbst einen Flug bucht. Sie unterscheiden sich vor allem in der Qualität der Projekte, die hinter der Kompensation bzw. Reduktion der Emissionen stehen. Auch die Preise für die Kompensation einer Tonne CO₂ unterscheiden sich dementsprechend stark. Das liegt unter anderem daran, welche Art von Projekten unterstützt wird und in welchem Land diese liegen. Die besseren Zertifikate stellen sicher, dass die Maßnahmen nicht nur dem Klima, sondern auch den Menschen vor Ort nützen. Ein anerkanntes und bekanntes Qualitätssiegel ist zum Beispiel der sogenannte „Gold Standard“.

Was sind CO2-Äquivalente?

Die Auswirkungen von klimawirksamen Gasen (Treibhausgasen) wird in CO2-Äquivalenten angegeben. Nicht nur Kohlendioxid ist schädlich für das Klima, viele andere Gase haben eine zum Teil wesentlich stärkere Klimawirkung. Methan zum Beispiel: Die Auswirkungen dieses Gases, das vor allem durch die Viehzucht entsteht, wird als 25 Mal schädlicher als CO2 berechnet. Bei Lachgas, das zum Beispiel in stickstoffhaltigen Düngemitteln enthalten ist, wird die Auswirkung auf das Klima sogar mit dem Faktor 300 multipliziert im Vergleich zu Kohlendioxid.

324000
Gramm CO2-Äquivalente entstehen etwa bei einem Kurzstreckenflug pro Person von Stuttgart nach Hamburg und zurück
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Gramm CO2-Äquivalente verursacht 1 Kilogramm Rindfleisch aus konventioneller Zucht im Durchschnitt. Es ist die Fleischsorte, die das Klima am meisten belastet. (Quelle: www.co2online.de)
1700
Gramm CO2-Äquivalente entstehen circa für 1 Kilogramm Tofu. Im Vergleich zu Fleischkonsum lässt sich hier also viel einsparen.

Der Klimafußabdruck eines Unternehmens

Ein Unternehmen, das Produkte herstellt, kauft Rohstoffe ein, verarbeitet diese, verpackt und transportiert das fertige Produkt in die Geschäfte. All das benötigt Energie, Ressourcen und Serviceleistungen.

Bei der Berechnung eines Klimafußabdrucks teilt man drei sogenannte Scopes ein, unter die die verschiedenen Emissionen gerechnet werden:

  • Scope 1: Direkte Emissionen.
    Das sind alle CO₂-Emissionen, die das Unternehmen selbst verursacht, zum Beispiel für Prozesswärme, durch Heizen oder Autofahren mit Geschäftswagen.
     
  • Scope 2: Indirekte Emissionen.
    Dazu zählen Emissionen aus zugekaufter Energie wie Elektrizität und Wärme. Darunter werden die Emissionen gerechnet, die ein Unternehmen verbraucht, die aber außerhalb des Unternehmens entstehen, zum Beispiel in einem Kraftwerk. Scope 1 und Scope 2 umfassen bei Weleda etwa 1% der Emissionen.
     
  • Scope 3: Weitere indirekte Emissionen.
    Sie entstehen beispielsweise, während man ein Produkt herstellt und verkauft und nutzt. Dazu gehören Emissionen, die beim Anbau und der Lieferung von Rohstoffen ausgestoßen werden oder für eingesetzte Verpackungen, Vertrieb oder Müllentsorgung. Darunter fallen ebenfalls die Geschäftsreisen sowie Emissionen aus Geldanlagen, Lohnzahlungen, Pendlerverkehr oder Steuern. Scope 3 ist ein sehr großer Bereich, auf den ein Unternehmen in der Regel nur indirekten Einfluss hat. Scope 3 umfasst bei Weleda etwa 99% der Emissionen.

Was ist ein klimaneutrales Unternehmen?

Der Ausdruck „klimaneutraler Betrieb“ ist rechtlich nicht geschützt. Es ist jedoch eine internationale Norm in Bearbeitung, welche den Begriff „Klimaneutralität“ genau festlegen soll, um hier Klarheit und Verbindlichkeit zu schaffen (ISO 14068 „Greenhouse gas management and related activities – Carbon Neutrality“).

Weleda bewertet die Emissionen nach den Standards des Greenhouse Gas Protocols GHG (übers.: Treibhausgas Protokoll), einer internationalen Initiative.

Hier finden Sie weitere Informationen zum GHG
Als Weleda 1921 gegründet wurde war Klimawandel noch kein Thema – achtsames Wirtschaften im Einklang mit der Natur allerdings schon. Heute können wir beides verbinden: Unsere Verantwortung für eine klimapositive Wirtschaft und unser Engagement für Biodiversität und gesunde Böden.
Dr. Stefan Siemer, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit bei Weleda

Weleda bei Scope 1 und 2* des Corporate Carbon Footprint rechnerisch klimaneutral

Seit der Gründung von Weleda 1921 hat sich unsere Welt verändert. Wir stehen vor großen Herausforderungen: Klimawandel, schwindende biologische Vielfalt und Ressourcen, viel Abfall und hohe Emissionen. Wie unsere Gründer wollen wir auch heute Pioniere sein. Nachhaltigkeit, Biodiversität, Bodengesundheit und Klimaschutz sind in unseren Unternehmenszielen verankert.

Der Corporate Carbon Footprint (CCF) ist der Klimafußabdruck eines Unternehmens. Seit 2021 gleichen wir die unternehmensbezogenen Scope 1 und 2* Emissionen der Weleda AG und Weleda Gruppe aus. Diese vor allem energiebezogene Emissionen aller Weleda Niederlassungen weltweit betrugen unter Berücksichtigung von Reduktionen in 2021 noch rund 6.600 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr. Dass dieser Wert nicht höher liegt, haben wir durch eine große Vielfalt an einzelnen Maßnahmen erreicht. Zum Beispiel indem wir in den eigenen Gebäuden des Weleda Stammsitzes in der Schweiz auf 100% erneuerbare Energie setzen, auch für die energieintensive Produktion: Ökostrom, Hackschnitzelwärme zum Heizen, eigene Stromerzeugung durch Photovoltaik, Geothermie zum Heizen und Kühlen und Biogas in der Herstellung.

Auch mit Blick auf Scope 3* des Corporate Carbon Footprints arbeiten wir daran, uns weiter zu verbessern. So haben wir die Recyclatanteile in unseren Verpackungen kontinuierlich erhöht und bei vielen Verpackungen das Gewicht reduziert, in dem wir auf Umverpackungen oder Beipackzettel verzichten. Auch die Weleda Mitarbeitenden helfen mit. Seit über zehn Jahren wird in unserem weltweiten Programm «Bike to Weleda» zur Förderung von umweltfreundlichem Pendeln beim Weg zur Arbeit auf das Auto verzichtet. So wurden in 2021 fast 130‘000 km auf dem Fahrrad und zu Fuß zurückgelegt.

 

*gemäß Greenhouse Gas Protocol (GHGP)

Weleda Produkte seit Oktober 2022 klimaneutral

Der produktbezogene Klimafußabdruck (PCF oder Product Carbon Footprint) der gesamten Weleda Gruppe betrug in 2021 nach Abzug aller Reduktionen ca. 45.000 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr (inklusive Energie). Hierzu zählen neben dem energiebezogenen Klimafußabdruck zum Beispiel auch die Emissionen der Verpackungen, Rohstoffe, betriebliche Abfälle und Warentransporte. Durch Ausgleich dieser Emissionsmenge sind seit Oktober 2022 alle Weleda Produkte rechnerisch klimaneutral.

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