babywelt

Mit Liebe das Fläschchen geben

Stillen ist die natürlichste Ernährungsform für Babys. Wenn Sie nicht ausschließlich stillen können oder möchten, ist es wichtig, Ihr Baby gut und liebevoll mit einer passenden Säuglingsnahrung zu versorgen. Was Sie darüber wissen müssen, erfahren Sie hier.

Nahrung fürs Baby: So natürlich wie möglich

Muttermilch ist die natürlichste Nahrung für Babys und auch das Stillen selbst hat viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind. Die meisten Mütter möchten ihr Baby auch stillen und es gibt tatsächlich nur ganz wenige Situationen, in denen es nicht möglich ist, das Kind mit der eigenen Muttermilch zu ernähren. Allerdings können kleinere Stillprobleme am Anfang auch zu großen Schwierigkeiten führen, wenn Mütter dann nicht ausreichend fachlich aber auch emotional unterstützt werden. Bei guter Begleitung ist es nur in Ausnahmesituationen notwendig, dass das Baby mit anderer Nahrung als Muttermilch zugefüttert werden muss. Und dann passiert dies auch meist nur vorübergehend. Selbst wenn längerfristig eine Zufütterung notwendig sein sollte, lohnt sich das Weiterstillen – denn jeder Tropfen Muttermilch ist wertvoll für Ihr Kind und unterstützt optimal sein Immunsystem.

Stillprobleme und Wahl der Säuglingsnahrung

Stillprobleme können in jeder Phase der Stillzeit auftreten. Bei Stillschwierigkeiten jeglicher Art können Sie zunächst die Hebamme oder eine Stillberaterin kontaktieren, bevor – manchmal auch zu voreilig – zur Flasche gegriffen wird. Wenn eine Mutter aber vorübergehend oder langfristig nicht stillen kann oder möchte, ist es gut, dass Säuglingsnahrung zur Verfügung steht, die die Nährstoffbedürfnisse des Babys deckt und bei richtiger Zubereitung auch hygienisch sicher ist. Die für Babys im ganzen ersten Lebensjahr empfohlene Nahrung nennt sich Pre-Nahrung. Folgenahrungen, die sich durch die Nummerierung 1, 2 oder sogar 3 kennzeichnen, sind nicht notwendig und ernährungsphysiologisch sogar ungünstiger. Zudem enthalten sie oft nicht notwendige Zusatzstoffe.

Füttern und Fläschchen nach Bedarf: Die richtige Zubereitung

Die Pre-Nahrung kann, wenn nicht (ausreichend) gestillt werden kann oder gestillt werden möchte, ab dem ersten Fläschchen an nach Bedarf gegeben werden. Das heißt, dass das Baby selbst bestimmt, wie oft und wie viel es davon trinken möchte, ganz genauso, wie es das auch an der Brust tun würde. Ihr Baby muss das Fläschchen nicht leer trinken. Es kann auch sein, dass es bei der einen oder anderen Mahlzeit mehr Nahrung einfordert. Sie dürfen und sollten sich nach seinen Bedürfnissen richten, auch wenn das bedeutet, dass immer mal etwas Nahrung verworfen werden muss.

Aus hygienischen Gründen darf schon zubereitete Nahrung nicht länger aufbewahrt und später verfüttert werden. Es können sich schnell Keime darin vermehren. Halten Sie sich bei der Zubereitung an die Hinweise des Herstellers. Wichtig ist auch, auf eine genaue Dosierung zu achten, damit die Zusammensetzung der Nahrung stimmt. Auch bei warmen Wetter sollte die Nahrung zum Beispiel niemals verdünnt werden.

Für die Zubereitung des Fläschchens mit Milchpulver können Sie abgekochtes Trinkwasser aus der Leitung oder auch stilles Mineralwasser verwenden, das die Aufschrift „Zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ trägt. Mittlerweile gibt es auch bereits fertig zubereitete und sofort verwendbare Nahrung zu kaufen, die aber preislich gerade im Dauergebrauch sehr teuer ist.

Achten Sie auch immer bei der Reinigung des Fläschchens auf die entsprechende Hygiene und darauf, dass keine Rückstände von Spülmittel zurückbleiben. In manchen Fällen kann auch das Auskochen im heißen Wasser oder einem Vaporisator angebracht sein. Ihre Hebamme erklärt gerne die richtige Reinigung und Aufbewahrung der Fütterutensilien.

Füttern ist mehr als Nahrungsaufnahme für Ihr Kind. Beim Stillen hat das Baby viel Hautkontakt mit der Mutter. Wenn Sie es mit der Flasche füttern, lassen Sie Ihr Baby auch eng an Ihre Haut kuscheln und schenken Sie ihm dabei viel Liebe, Aufmerksamkeit und Zeit

Christina Hinderlich

Zuneigung beim Füttern

Füttern ist mehr als reine Nahrungsaufnahme für Ihr Baby. Nehmen Sie sich deshalb genug Zeit dafür und machen Sie es sich mit Ihrem Kind gemütlich. Beim Stillen bekommt es automatisch viel Hautkontakt. Doch auch beim Fläschchen geben ist es schön, wenn sich Ihr Kind an Ihre Haut kuscheln und Sie so noch intensiver spüren und riechen kann.

Sprechen Sie beim Füttern mit Ihrem Baby und lernen Sie seinen Rhythmus kennen. Warten Sie, bis es selbst den Mund öffnet, bevor Sie den Flaschensauger hineingeben und gehen Sie darauf ein, wenn es den Wunsch nach einer Pause oder der Beendigung der Mahlzeit signalisiert.

Wechseln Sie auch immer mal die Seite ab, auf der Ihr Kind beim Füttern in Ihrem Arm liegt. Da Babys in der Regel bei der Flaschenfütterung etwas mehr Luft schlucken, ist es sinnvoll, Ihr Kind nach der Mahlzeit aufrecht auf den Arm zu nehmen und durch sanftes Klopfen zwischen den Schulterblättern zum Aufstoßen zu stimulieren. Wenn Ihr Baby zu vermehrtem Spucken neigt, kann es auch sinnvoll sein, es während der Mahlzeit hochzunehmen und aufstoßen zu lassen.

Unterstützen Sie Ihr Baby bei Verdauungsproblemen

Da Industrieelle Fertignahrung etwas häufiger zu Verdauungsbeschwerden führt als Muttermilch, kann es sein, dass das Baby etwas mehr Unterstützung braucht. Aber auch ausschließlich mit Muttermilch ernährte Kinder können von „Bauchweh“ betroffen sein. Denn jedes Kind muss sich ja schließlich generell erst mal an diese neue Form der Nahrungsaufnahme gewöhnen. Viele Babys mögen es, im so genannten Fliegergriff, also in Bauchlage auf Ihrem Unterarm getragen zu werden. Auch ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch kann bei der Verdauungsarbeit helfen. Besonders wohltuend sind auch kleine Bauchmassagen im Uhrzeigersinn. Dafür können Sie das Bäuchlein-Massageöl verwenden. Ihre wichtigste Aufgabe ist, Ihr Baby dabei zu begleiten. Sie werden ganz bestimmt schnell ein Gefühl dafür entwickeln, was Ihrem Kind in welcher Situation gut tun wird. Hören Sie also auch auf Ihr eigenes Bauchgefühl, wenn es darum geht, das Bäuchlein Ihres Babys zu unterstützen.

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