Ratanhia

Arequipa, Peru

Ratanhia - Die Wurzel aus den Anden

Der buschige Strauch, der am Fuße der Anden in Bolivien, Peru und Ecuador heimisch ist, wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar und gar nicht schön. Es sind seine inneren Werte, die ihn so wertvoll machen. Auch die Tatsache, dass Ratanhia, lat. Krameria lappacea, das einzige Exemplar einer Pflanzenfamilie ist, lässt vermuten, dass diese Pflanze etwas ganz Besonderes ist.

Nachhaltige Wildsammlung der wertvollen Wurzeln

In der indigenen Sprache Südamerikas bedeutet Ratanhia „Pflanze, die über den Boden kriecht“. Von der Urbevölkerung der Anden wird sie seit jeher als traditionelle Heilpflanze hoch geschätzt, wogegen sie in Europa lange unbekannt war. Erst seit Beginn des 18. Jahrhunderts kam die Pflanze nach Spanien und später nach Deutschland. Als wertvolle Medizinalpflanze wurde sie seither immer beliebter, die verarbeiteten Mengen steigen ständig. Dies führt dazu, dass die Pflanze in ihrem Bestand gefährdet ist. Daher hat Weleda 2005 eine mehrjährige Studie vor Ort in Auftrag gegeben, um eine nachhaltige Strategie der Wildsammlung zu erarbeiten.

Das Wesentliche ist unsichtbar

In einer Höhe von 600 bis 3600 Metern wachsen Ratanhia-Büsche mit einem weitverzweigten Wurzelsystem in karger und trockener Umgebung. Unscheinbar und zufällig verstreut werden die Büsche in einer eher lebensfeindlichen Umgebung maximal einen Meter hoch. Wie Johann Wolfgang von Goethe so schön schrieb: „Das Wesentliche der Pflanze ist unsichtbar“, so scheint auch hier das Geheimnis der Pflanze im Verborgenen, d.h. in der Wurzel zu liegen.

Der halbkugelige Busch ist ein Halbparasit, d.h., er betreibt zwar Fotosynthese, braucht aber eine Wirtspflanze, um sich so zusätzliche Nährsalze zu beschaffen. Ein unterirdisches Wurzelsystem, das bis zu vier Meter weit reichen kann, ermöglicht der Pflanze, an die Wurzeln anderer Pflanzen anzudocken, ohne dabei die Wirtspflanze zu schädigen. Für den Erosionsschutz der Gegend kommt dem Wurzelwerk außerdem eine hohe Bedeutung zu. Die Frage, wie man hier ernten kann, ohne der Natur zu schaden, drängte sich Weleda daher auf.

Ein möglicher Anbau der Wildpflanze stand zwar im Fokus, doch zeigte schon die erste Forschungsphase, dass Aufwand und Ergebnis in keinem guten Verhältnis stehen. So startete Weleda eine Studie zur nachhaltigen Wildsammlung und entwickelte daraus eine Sammelstrategie, bei der der Pflanzenbestand sicher erhalten bleibt, die Sammler ein faires Arbeitsverhältnis und ein gutes Auskommen haben und die Natur keinen Schaden nimmt.

Bei Wildsammlungen ist die Liebe zur Natur das oberste Gebot

In einem kleinen Dorf in der Region Arequipa besteht seitdem eine Partnerschaft mit einer dort ansässigen Familie, die ausschließlich für Weleda in zertifizierter Wildsammlung den benötigten Bedarf der kostbaren Wurzel sammelt. Ein Ehepaar mit zehn Kindern nimmt aus tiefer Überzeugung ein entbehrungsreiches Leben in Kauf, um in abwegigem Gelände, hoch oben in den Bergen und viele Tagesreisen von ihrem Dorf entfernt, die begehrte Wurzel auszugraben. Immer natürlich wohlbedacht, nachhaltig und bewusst, wollen sie doch auch ihren Kindern und der Nachwelt die Pflanze an ihrem Wildstandort erhalten. Meist sammeln sie zehn Tage, um dann mit der Ernte in ihr Dorf zurückzukehren. Die Liebe zu ihrer Heimat, zur Natur, zum Wind und zur Ruhe treiben sie an und sie verbinden sich ganz mit ihrer Aufgabe. Nichts in ihrem Tun ist zufällig, sie ernten nach den strengen Richtlinien, die Weleda gemeinsam mit der Naturschutzbehörde erarbeitet hat. So achten sie darauf, dass genügend Pflanzen stehen bleiben und keine Wurzelstöcke vollständig ausgegraben werden. An jeder Stelle, an der eine Wurzel entnommen wurde, säen sie sofort mit Samen der entnommenen Pflanze nach. Und so werden sie reich belohnt von der Natur, nicht nur mit einem sicheren und langfristigen Einkommen, sondern mit dem Geschenk, eins sein zu dürfen mit der Natur in ihrem Lebensraum und sich verbinden zu dürfen mit dem, was sie tun. Ein großes Geschenk zur Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele!

Jedes Jahr überprüfen Biologen den Ratanhia-Bestand der Gegend auf gesundes und nachhaltiges Wachstum. Nur bei bestandener Prüfung und Einhaltung des jährlich neu definierten Erntelimits gibt es eine Sammelgenehmigung und damit den fest vereinbarten und fairen Lohn. Für Weleda bedeutet dies eine transparente, nachhaltige und sichere Versorgung. Zusätzlich hat das Pilotprojekt Signalwirkung. So arbeiten die peruanischen Naturschutzbehörden daran, den nachhaltigen Sammelmodus, den Weleda erarbeitet hat, für alle Firmen, die Ratanhia exportieren wollen, zur Pflicht zu machen. Ein wichtiger Schritt zur nachhaltigen Sicherung der Biodiversität.

Rote Wurzel mit kräftiger Wirkung

Die rote Wurzel der Pflanze enthält viele Gerbstoffe und wird schon seit Jahrhunderten in dieser Region traditionell als Mittel gegen Entzündungen, vor allem im Mundraum, verwendet. Die enthaltenen Gerbstoffe bilden einen Schutzfilm, den Krankheitserreger nur schwer durchdringen können und somit absterben. Weleda setzt den alkoholischen Auszug aus den Wurzeln in der Mundpflege ein, um das Mundgewebe zu festigen und Irritationen vorzubeugen So ist die Pflanze ein idealer Begleiter der Mundhygiene, denn ein gesunder Mund mit starken Zähnen ist nicht nur schön und angenehm, sondern auch ein wichtiger Faktor für die Gesundheit des gesamten Organismus.

Inhaltsstoff

Auszug aus Ratanhiawurzel

Krameria Triandra Root Extract

Die rote Ratanhiawurzel enthält viele Gerbstoffe, die eine zusammenziehende (gerbend, adstringierende) Wirkung haben, z.B. auf die Mundschleimhaut. Daher eignen sich die dunkelrotbraunen Ratanhiawurzelextrakte besonders gut als Inhaltsstoffe für Mund - und Zahnpflegeprodukte.