Kurz gesagt:
- Ein Gerstenkorn ist eine akute, meist bakterielle Entzündung einer Drüse am Augenlid.
- Typisch sind eine gerötete, druckempfindliche Schwellung und mitunter ein kleiner Eiterpunkt.
- Häufig heilt es von selbst ab.
- Wichtig sind gute Hygiene und: nicht ausdrücken.
- Bei starken Beschwerden oder Sehstörungen ist ärztlicher Rat nötig.1
So entsteht ein Gerstenkorn
Ein Gerstenkorn, fachsprachlich Hordeolum, entsteht am Augenlid. Dabei entzündet sich eine Talg- oder Schweißdrüse akut. Ursache ist meist eine bakterielle Infektion, häufig mit Staphylokokken. Das betroffene Lid ist typischerweise gerötet, geschwollen und schmerzhaft.1
Chronische Lidrandentzündungen, bestimmte Hauterkrankungen, Diabetes oder eine geschwächte Immunabwehr können Gerstenkörner begünstigen. Treten sie wiederholt auf, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.1
Was hilft bei einem Gerstenkorn?
Ein unkompliziertes Gerstenkorn öffnet sich häufig von selbst und heilt anschließend ab. Drücke die Schwellung nicht aus und stich sie nicht auf. Andernfalls können sich Bakterien im umliegenden Gewebe ausbreiten.
Wasche dir regelmäßig die Hände und berühre oder reibe das betroffene Auge möglichst nicht. Während der Entzündung solltest du auf Kontaktlinsen und Augen-Make-up verzichten. Augenarzneimittel dürfen nur gemäß Gebrauchsinformation oder nach fachlicher Beratung angewendet werden.
„Der Fachbegriff Hordeolum geht auf das lateinische Wort ‚hordeum‘ für Gerste zurück – daher stammt die deutsche Bezeichnung Gerstenkorn.“
Ist ein Gerstenkorn ansteckend?
Ein Gerstenkorn gilt nicht als typische ansteckende Erkrankung. Die beteiligten Bakterien können jedoch über ungewaschene Hände, gemeinsam verwendete Handtücher oder Augen-Make-up verschleppt werden. Sorgfältige Hygiene senkt dieses Risiko.
Drücke die Schwellung nicht aus und kratze sie nicht auf. Berühre die Augenpartie möglichst nur mit frisch gewaschenen Händen und teile während der Entzündung keine Gegenstände, die mit dem Auge in Kontakt kommen.
Typische Anzeichen eines Gerstenkorns
Ein Gerstenkorn lässt sich häufig an folgenden Beschwerden erkennen:
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Am Augenlid zeigt sich eine umschriebene, gerötete Schwellung.
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Die Stelle ist druckempfindlich oder schmerzhaft; mitunter bildet sich ein kleiner gelblicher Eiterpunkt.1
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Äußeres und inneres Gerstenkorn
Je nachdem, welche Drüsen am Augenlid entzündet sind, wird zwischen einem äußeren und einem inneren Gerstenkorn unterschieden.
Beim äußeren Gerstenkorn sind meist die Zeis- oder Moll-Drüsen am Lidrand betroffen. Es ist von außen häufig gut sichtbar. Das innere Gerstenkorn entsteht an den Meibom-Drüsen auf der Innenseite des Augenlids und kann eine ausgeprägtere Lidschwellung verursachen.1
Gerstenkorn und Hagelkorn: Was ist der Unterschied?
Gerstenkorn und Hagelkorn können ähnlich aussehen, unterscheiden sich aber in Ursache, Verlauf und Beschwerden.
Gerstenkorn: Ein Gerstenkorn entsteht akut durch eine meist bakterielle Entzündung einer Drüse am Augenlid. Das Lid ist typischerweise gerötet, geschwollen und druckempfindlich. Häufig bildet sich ein kleiner Eiterpunkt.1
Hagelkorn: Ein Hagelkorn entsteht meist infolge einer verstopften Meibom-Drüse und einer länger anhaltenden Entzündungsreaktion. Die Verdickung entwickelt sich langsamer, fühlt sich eher fest an und ist häufig nicht schmerzhaft. Sie kann über mehrere Wochen bestehen bleiben.2
Kurz zusammengefasst: Ein Gerstenkorn ist meist akut, gerötet und schmerzhaft. Ein Hagelkorn entwickelt sich langsamer und verursacht in der Regel weniger ausgeprägte Entzündungszeichen.
Wie lange bleibt ein Gerstenkorn?
Ein unkompliziertes Gerstenkorn öffnet sich häufig von selbst. Das Sekret kann abfließen und die Entzündung anschließend abheilen. Meist geschieht dies innerhalb von ein bis zwei Wochen.1
Bessern sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht, werden sie stärker oder breitet sich die Schwellung aus, sollte das Auge ärztlich untersucht werden. Falls nötig, kann das Gerstenkorn fachgerecht behandelt oder geöffnet werden. Abhängig vom Befund können auch Augenarzneimittel verordnet werden.
Heilpflanzen können den Heilungsprozess unterstützen
Die Kombination aus Augentrost, Ringelblume und Sonnenhut lindert die Beschwerden bei Bindehautentzündung und Gerstenkorn. Augentrost (Euphrasia) lindert Symptome wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzdes des entzündeten, tränenden und geröteten Auges. Ringelblume (Calendula) und Sonnenhut (Echinacea) wirken entzündungshemmend und fördern den Heilungsprozess. Zudem hat der Sonnenhut eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem.
Gibt es Hausmittel gegen ein Gerstenkorn?
Eine saubere, handwarme Kompresse kann die natürliche Entleerung unterstützen. Lege sie für einige Minuten auf das geschlossene Auge und verwende jedes Mal ein frisches, sauberes Tuch. Die Kompresse darf nicht heiß sein. Von Rotlicht sowie von Teebeuteln oder Kamillenauflagen am Auge ist ohne fachliche Empfehlung abzuraten, da Hitze, Reizungen oder Verunreinigungen die Beschwerden verschlimmern können.
Darauf solltest du bei einem Gerstenkorn achten
- Das Gerstenkorn nicht ausdrücken, aufstechen oder aufkratzen.
- Vor und nach dem Berühren der Augenpartie gründlich die Hände waschen.
- Handtücher und Waschlappen während der Entzündung nicht mit anderen Personen teilen.
- Bis zum vollständigen Abheilen auf Augen-Make-up verzichten.
- Kontaktlinsen vorübergehend durch eine Brille ersetzen.
- Augenarzneimittel nur gemäß Gebrauchsinformation oder nach fachlicher Beratung anwenden.
Wann sollte ein Gerstenkorn ärztlich abgeklärt werden?
Obwohl ein Gerstenkorn häufig von selbst abheilt, solltest du die Beschwerden aufmerksam beobachten. Bessern sie sich nach einigen Tagen nicht, werden sie stärker oder breitet sich die Schwellung aus, ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Falls nötig, kann das Gerstenkorn in einer augenärztlichen Praxis fachgerecht geöffnet werden. Versuche das niemals selbst, da Verletzungen entstehen und sich Bakterien weiter ausbreiten können.
Bei starken Schmerzen, plötzlich nachlassendem Sehvermögen, Fieber oder einer rasch zunehmenden Rötung und Schwellung sollte das Auge umgehend ärztlich untersucht werden. Auch wiederkehrende Gerstenkörner sollten medizinisch abgeklärt werden.1,3
Bei Bindehautentzündung und Gerstenkorn
Anwendung gemäß aktueller Gebrauchsinformation.
Ein Gerstenkorn heilt häufig von selbst ab. Drücke oder stich die Schwellung nicht auf. Achte auf saubere Hände, vermeide es, das Auge zu reiben, und pausiere Kontaktlinsen sowie Augen-Make-up. Welche weitere Behandlung geeignet ist, kann eine Apotheke oder eine augenärztliche Praxis beurteilen.
Ein unkompliziertes Gerstenkorn heilt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Der genaue Verlauf kann variieren. Bleibt die Schwellung bestehen, nimmt sie zu oder werden die Schmerzen stärker, sollte das Auge ärztlich untersucht werden.1
Ein Gerstenkorn gilt nicht als typische ansteckende Erkrankung. Die beteiligten Bakterien können jedoch über Hände oder gemeinsam verwendete Gegenstände verschleppt werden. Wasche deshalb regelmäßig die Hände und teile während der Entzündung keine Handtücher, Waschlappen oder Augenkosmetik.
Nein. Ein Gerstenkorn sollte weder ausgedrückt noch aufgestochen oder aufgekratzt werden. Dadurch können sich Bakterien im umliegenden Gewebe ausbreiten. Muss die Schwellung geöffnet werden, sollte dies fachgerecht und unter hygienischen Bedingungen erfolgen.
Ein Gerstenkorn ist meist akut entzündet, gerötet und schmerzhaft. Ein Hagelkorn entsteht in der Regel infolge einer verstopften Meibom-Drüse und entwickelt sich langsamer. Es fühlt sich eher wie ein fester Knoten an und ist meist nicht oder nur wenig schmerzhaft.1,2
Während das Augenlid entzündet ist, solltest du auf Kontaktlinsen verzichten und stattdessen eine Brille tragen. Das reduziert Berührungen der Augenpartie und vermeidet zusätzliche Reizungen. Bei Unsicherheit hilft eine augenärztliche oder pharmazeutische Beratung.
Bis die Entzündung vollständig abgeheilt ist, solltest du auf Mascara, Eyeliner und andere Produkte unmittelbar am Auge verzichten. Teile Augen-Make-up nicht mit anderen. Produkte oder Applikatoren, die mit der entzündeten Stelle in Kontakt gekommen sind, sollten sorgfältig gereinigt oder gegebenenfalls ersetzt werden.
Ärztlicher Rat ist wichtig, wenn die Beschwerden stärker werden, die Schwellung sich ausbreitet oder nach einigen Tagen keine Besserung eintritt. Bei Sehstörungen, starken Schmerzen, Fieber oder einer rasch zunehmenden Rötung und Schwellung sollte das Auge umgehend untersucht werden. Wiederkehrende Gerstenkörner sollten ebenfalls medizinisch abgeklärt werden.1,3
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StatPearls: „Hordeolum (Stye)“. PubMed, PMID 29083787.
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Arbabi E., Kelly R. J., Carrim Z. I.: „Chalazion“. BMJ, 2010. DOI: 10.1136/bmj.c4044.
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Mamtora S., Ng V., Atan D.: „Differential diagnosis and management of the red eye in primary care“. Prescriber, 2024. DOI: 10.1002/psb.2164.




