Heilpflanzen – Weisheit aus der Natur


Wir nutzen einen großen Schatz an heilenden Pflanzen

Seit Jahrtausenden begleiten uns Pflanzen als Heilmittel. Um ihre Heilkräfte zu erschließen, sind umfangreiche Kenntnisse erforderlich. Weleda entschlüsselt die Weisheiten der Natur auf besondere Weise.

Wie viele Heilpflanzen gibt es?

Heilpflanzen kennt fast jeder, viele nutzen sie und schätzen ihre heilenden Wirkungen. Zu den Beliebtesten gehören Arnika, Johanniskraut, Fenchel, Lavendel, Gelber Enzian, Echte Kamille, Minze, Thymian und die Zwiebel. Doch die Anzahl an Pflanzen mit therapeutischen Eigenschaften ist sehr viel größer. Laut Schätzungen des WWF (World Wide Fund For Nature) sind weltweit 50.000 bis 70.000 Pflanzenarten für medizinische Zwecke im Einsatz. In Europa werden fast 2.000 Pflanzenarten medizinisch verwendet, rund 1.200 Arten davon sind einheimisch1). 80 Prozent der Weltbevölkerung nutzen Heilpflanzen zur medizinischen Grundversorgung, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO angibt.

Über Jahrtausende erprobt und bewährt

Die Pflanzenheilkunde oder Phytotherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden. Lange, bevor es Aspirin gab, wussten Kräuterkundige, dass Weidenrinde bei Schmerzen und Fieber lindernd sowie antiseptisch wirkt. In Deutschland basieren etwa 50 Prozent2) der heute gebräuchlichen Arzneimittel auf Heilpflanzen oder deren Inhaltsstoffen, wobei sowohl Pflanzenextrakte als auch isolierte Wirkstoffe eingesetzt werden. So wird z. B. Morphin, ein sehr starkes Schmerzmittel, aus dem Schlafmohn gewonnen.

Die Weisheit der Natur

Auch wenn es wichtig ist, die Eigenschaften einzelner Wirkstoffe zu kennen – auf Heilpflanzen scheint Aristoteles‘ These „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ häufig zuzutreffen. Denn Pflanzen enthalten Hunderte verschiedener Inhaltsstoffe, die auf komplexe Weise zusammenwirken.

IIn anthroposophischen Arzneimitteln werden daher Gesamtextrakte zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet, die z. B. bei der Indikation Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Häufig werden Wirkstoffe durch aufwändige pharmazeutische Prozesse zu einer neuen Einheit, einer Komposition zusammengeführt.   Anthroposophische Arzneimittel-Kompositionen unterscheiden sich somit von der reinen Phytotherapie.

Mehr über die Zusammensetzung und Wirkweise von Amara-Tropfen erfährst du hier.

Heilpflanze: mehr als nur ein „Stoff“

Viele Faktoren begleiten die Entwicklung einer Heilpflanze: Klima und Boden, der Rhythmus von Tag und Nacht oder auch der Rhythmus der Jahreszeiten. Sie bestimmen die Anwendung einer Heilpflanze mit. Die Anthroposophische Medizin geht nun davon aus, dass die Wirkung von Heilpflanzen nicht auf ihre stoffliche Wirkung reduziert werden kann. Sie wirkt auch auf die geistige und seelische Ebene. Um diese Zusammenhänge zu erkennen, ist eine fundierte naturwissenschaftliche Ausbildung nötig sowie jahrelange Erfahrung. Bestimmte Techniken kommen hierbei zum Einsatz – zum Beispiel werden eine Pflanze oder ein Standort im Jahreslauf wiederholt gezeichnet. Veränderungen in der Entwicklung und einzelne Entwicklungsphasen werden so gut sichtbar, und ein neues Bewusstsein, ein neues Verständnis für das Wesen der Heilpflanze kann entstehen.

Europas größter biologisch-dynamischer Heilpflanzengarten

Am Rande der Schwäbischen Alb, in Wetzgau bei Schwäbisch Gmünd, liegt das Herz von Weleda: der größte biologisch-dynamische Heilpflanzengarten Europas. 160 verschiedene Heilpflanzenarten werden hier angebaut, über 800 Pflanzenarten beherbergt das Biotop insgesamt. Im Freiland wachsen vorwiegend ein- und mehrjährige einheimische Arten, darunter befinden sich auch 25 verschiedene Gehölze. Blüten, Früchte, Wurzeln, die ganze Pflanzen oder auch die Rinde werden im Jahreslauf geerntet. Tropische Pflanzen wie Bryophyllum (Keimzumpe) und Passiflora, (Passionsblume) und wärmeliebende Pflanzen kultivieren die Gärtner in Gewächshäusern. Besucher können hier hautnah erleben, auf welche besondere Weise Weleda Heilpflanzen gedeihen: von der Zucht des eigenen Saatguts, über Bodenpflege und Kompost bis zur Ernte. Ein Besuch im Weleda Garten lohnt sich: https://garten.weleda.de/de

Weleda nutzt einen großen Schatz an Pflanzen

In Arzneimitteln von Weleda wirkt die natürliche Kraft von Pflanzen, Metallen und Mineralien. Oft auf ganz besondere Weise, da wir spezielle Verfahren bei der Herstellung anwenden.

Auch in unseren Naturkosmetikprodukten werden viele traditionelle Heilpflanzen verarbeitet, als ätherische Öle und pflanzliche Inhaltsstoffe. Die Calendula oder Ringelblume ist nicht nur in den Produkten unserer Babypflege enthalten, sondern auch in unserer beliebten Skin Food. Die Rezeptur aus dem Jahr 1926 enthält Auszüge aus Calendula, Rosmarin, Kamille und Viola tricolor, dem Stiefmütterchen.

Mehr über die Verfahren in der Weleda Arzneimittelherstellung

Zur Geschichte der Heilpflanzenkunde

  • Pedanios Dioskurides (1. Jh. n. Chr.)  In Europa verfasste der griechische Arzt Dioskorides die erste vollständig überlieferte Arzneimittellehre, die „Materia Medica“. Er beschrieb darin ca. 1000 Heilmittel, davon rund 800 Kräuter. Sie galt bis zum 17. Jahrhundert als das Standardwerk und wurde in verschiedene Sprachen übersetzt.

  • Hildegard von Bingen (1098-1179)  Hildegard von Bingen war Benediktinerin, Äbtissin, Dichterin, Komponistin und eine bedeutende Universalgelehrte. Die spirituellen Anschauungen der ersten deutschen Naturforscherin entstanden zum Teil aus Visionen. In Physica, einer Art Arzneikunde, beschrieb sie rund 300 Pflanzen.

  • Paracelsus (1493-1541)  Theophrastus Bombast von Hohenheim, so sein richtiger Name, gehört zu den schillerndsten Figuren in der Geschichte der Heilkunst. Er war Wanderarzt, Mystiker und Alchemist sowie Stadtarzt und Professor in Basel. Durch Wesensbetrachtung vermochte er das Heilpotenzial einer Pflanze zu erahnen, woraus er die Signaturenlehre entwickelte. Große Aufmerksamkeit zollte er der genauen Dosierung: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“

  • Heilpflanzenbücher (Neuzeit)  Nach der Erfindung der Buchdruckerkunst konnten die damals sehr nachgefragten Kräuterbücher verlegt werden. Die folgenden Autoren zählen zu den Vätern der Botanik.

    Otto Brunfels (1488-1534): Das „Contrafayt Kreuterbuch“ (1532) zeigt naturgetreue Pflanzenabbildungen.

    Hieronymus Bock (1498-1554): Im „Neu Kreutter Buch“ (1539) beschrieb der Botaniker, Pfarrer und Arzt viele Pflanzen zum ersten Mal. Sein Buch enthält über 450 Holzschnittdarstellungen.

    Leonhardt Fuchs (1501-1566): Einer der bedeutendsten Kräuterbuch-Autoren des 16. Jahrhunderts veröffentlichte im „New Kreüterbuch“ (1543) über 500 erstklassige Abbildungen.

Heilpflanzen von Anfang an

Zu Beginn der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts erforschten die Ärztin Ita Wegman (1876–1943) und der Philosoph und Naturwissenschaftler Rudolf Steiner (1861–1925) die Zusammenhänge zwischen Mensch, Natur und Geist. Sie begannen, Arzneimittel und Körperpflege mit natürlichen Substanzen und Heilpflanzen herzustellen. Die Vision unserer Gründer prägt uns bis heute.

Quellen:

1) Naturmedizin boomt - häufig auf Kosten der Natur, www.wwf.de

2) Der Wert der biologischen Vielfalt, www.wwf.de