Der firmeneigene Heilpflanzengarten in Schwäbisch Gmünd-Wetzgau ist das Herz von Weleda. Auf 23 Hektar wachsen 260 verschiedene Pflanzenarten, von denen 180 sozusagen direkt vom Feld in die Tube kommen.
„Die Erhöhung des Rohstoffanteils aus biologisch-dynamischem oder kontrolliert biologischem Anbau in unseren Arznei- und Körperpflegemitteln ist eines unserer wichtigsten Umweltziele“, sagt Michael Straub, Leiter des Heilpflanzengartens. Selbst unter Naturschutz stehende Pflanzen wie etwa Hirschzungenfarn oder Gelber Enzian gedeihen im Weleda Heilpflanzengarten. Jedes Jahr werden intensive Forschungsarbeiten durchgeführt, um mindestens eine neue Pflanze aus ihrem Wildstandort in Kultur zu nehmen. Damit werden die Wildbestände der jeweiligen Pflanze geschont und unser Bedarf gesichert. Erfolgreich in eine Kultur überführt wurden bis jetzt beispielsweise Arnika, Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Bärentraube, Augentrost, Tausendgüldenkraut und Meisterwurz.
Grundlagen des biologisch-dynamischen Anbaus
Der Heilpflanzengarten wird nach den Richtlinien des biologisch-dynamischen Anbaus bewirtschaftet. Biologisch-dynamische Landwirtschaft bedeutet nicht nur, dass keine Pestizide oder andere giftige Stoffe zur Anwendung kommen. Bei dieser von Rudolf Steiner begründeten Methode wird die Natur als ein lebendiger Organismus betrachtet, der einen in sich geschlossenen Kreislauf darstellt. Saatgut zur Jungpflanzen- anzucht stammt weitgehend aus eigener Herstellung, um gesunde und kräftige Pflanzen zu erhalten. Aussaat und Ernte erfolgen nach den Rhythmen der Natur. Im biologisch-dynamischen Anbau ist Handarbeit wesentlich bei der Arbeit mit den Pflanzen.
Von Hand geerntet - frisch weiterverarbeitet
So werden zum Beispiel die Calendula-Blüten immer von Hand geerntet, bevor sie vor Ort in der Tinkturenherstellung direkt nach der Ernte weiter verarbeitet werden. Die Tinkturenherstellung der Weleda Naturals GmbH befindet sich neben dem Weleda Heilpflanzengarten, so dass die geernteten Pflanzen frisch weiterverarbeitet werden können. Dort werden alkoholische und wässrige Tinkturen sowie Ölauszüge für die Herstellung von Arzneimitteln, Naturkosmetik und Diätetika produziert. Hierzu werden sowohl pflanzliche als auch tierische Ausgangstoffe extrahiert und zu Wirkstoffen verarbeitet. Weleda Naturals orientiert sich bei Tinkturenherstellung an den Vorgaben von Rudolf Steiner und dem Homöopathischen Arzneibuch.
Rückführung in den natürlichen Kreislauf
In der Kompostieranlage der Weleda Naturals GmbH wird der sogenannte Trester, das verbleibende Pflanzenmaterial aus der Tinkturenherstellung, nachhaltig verarbeitet, jährlich rund 60 Tonnen. Anschließend wird der wertvolle Kompost im Heilpflanzengarten zur Verbesserung des Bodens im Sinne des ganzheitlichen Ansatzes des biologisch-dynamischen Anbaus eingesetzt. Dieser Kompost und spezielle Präparate aus Kuhdung und Heilpflanzen wie Löwenzahn und Baldrian sorgen für eine hohe Fruchtbarkeit des Bodens.