Weleda Jahresbericht 2009
2009 wird für die Weleda Gruppe als Jahr des Granatapfels in die Geschichte eingehen. Die außerordentlich erfolgreiche Einführung der Granatapfel-Pflegelinie hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen in der Naturkosmetik-Sparte in einem seit Jahren weltweit wachsenden Marktwiederum überproportional zulegen konnte. Angesichts der immernoch spürbaren Folgen der Wirtschaftskrise sind die markanten Umsatzsteigerungen bei der Naturkosmetik, aber auch bei den Arzneimitteln alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
Dieses Resultat, die Frucht der Bemühungen von rund 1800 Mitarbeitenden weltweit, freut uns sehr. Gleichzeitig sehen wir uns mit großen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen sowie weiteren Weledaspezifischen Problemstellungen konfrontiert. Die zunehmende Präsenz der herkömmlichen Kosmetikindustrie im Naturkosmetik-Markt führt zu einem verschärften Kampf um Marktanteile und Alleinstellungsmerkmale beim Handel und bei den Verbrauchern– aber auch bei der Beschaffung von Ausgangsstoffe naus der Natur zur Sicherstellung der spezifischen Weleda Qualität.
Im Geschäftsfeld Arzneimittel sind es verschärfte Zulassungsbedingungen von anthroposophischen Arzneimitteln im EU-Raum und gleichzeitig die notwendige Gesundung der Sparte unter Wahrung der Identität von Weleda in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft.
Seit Mitte 2009 präsentiert sich der Verwaltungsrat in neuer Zusammensetzung. Mit Paola Ghillani und Barbara Schneider konnten wir zwei renommierte Fachfrauen mit ausgewiesener Führungserfahrung gewinnen. Sie sind die Nachfolgerinnen von Dr. Michaela Glöckler und Marc C. Theurillat. Ihnen beiden wie auch den ausgetretenen Beiräten Dr. Henner Ehringhaus, Mathieu van den Hoogenband und Rainier Dierdorf sei an dieser Stelle für ihr langjähriges Engagement nochmals herzlich gedankt.
Der neu konstituierte Verwaltungsrat bringt sich vermehrt zu strategischen Fragen des Unternehmens ein, und es wurden bezüglich Corporate Governance und in der Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsrat und Weleda Gruppenleitung gute Fortschritte erzielt. Gemeinsam legten wir mit der neuen Unternehmensstrategie den Rahmen für die Entwicklung der Gruppe bis 2015.
Unser Ziel ist es, die Unabhängigkeit und Identität von Weleda als anthroposophisches Unternehmen langfristig zu wahren. Basis hierfür ist zunächst eine stärkere Eigenfinanzierung über erarbeitete Gewinne. Die mittelfristige Gesundung der Arzneimittel-Sparte und eine Verbesserung der Kennzahlen für das Unternehmen insgesamt sind zudem Voraussetzung dafür, dass das weitere Wachstum durch die entsprechende Fremdfinanzierung und, soweit notwendig, durch zusätzliches Eigenkapital unterlegt werden kann. In diesem Zusammenhang sind auch unsere Bemühungen zu sehen, für die Weleda AG in der anthroposophischen Bewegung breit abgestützte Mehrheitsverhältnisse langfristig zu sichern.
Die vorgeschlagene moderate Dividende von 5%, nach einem verlustreichen Vorjahr ohne Dividende, berücksichtigt die verbesserte Ertragslage.
Georg Fankhauser, Präsident des Verwaltungsrates der Weleda AG