Anthroposophie (griech.: anthropos = Mensch und sophia = Weisheit) heißt wörtlich übersetzt: „Weisheit vom Menschen“. Anthroposophie ist das Ergebnis der geisteswissenschaftlichen Forschung Rudolf Steiners. Praktisch entwickelt wurden auf dieser Grundlage die Waldorfpädagogik, der biologisch-dynamische Landbau, eine am Sozialen orientierte Wirtschaft und die anthroposophische Medizin und Pharmazie.
Anthroposophie ergänzt als Wissenschaft vom Geist das materialistische Natur- und Weltbild, das sich auf das Physische bezieht, um die übersinnlichen Seinsebenen Leben, Seele und Geist: Anthroposophie setzt beim exakten naturwissenschaftlichen Denken an. Die auf das Materielle beschränkten exakten Forschungsmethoden werden um die Geisteswissenschaft erweitert.
Anthroposophische Gesellschaft
Das Goetheanum in Dornach, 10 Kilometer südlich von Basel, ist das Zentrum der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Die Gesellschaft hat die Aufgabe, ein freies Kultur- und Geistesleben zu pflegen und die Forschung auf geistigem Gebiet zu fördern. Für die geistige Forschung selbst wurde die „Freie Hochschule für Geisteswissenschaft“ eingerichtet.
Warum bleibt der Mensch gesund?
Die anthroposophische Medizin basiert auf der zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Rudolf Steiner entwickelten anthroposophischen Geisteswissenschaft. Sie erweitert die naturwissenschaftlich ausgerichtete Schulmedizin zu einer Humanmedizin, die den Menschen als Individuum betrachtet. Sie wird damit zu einer Individualmedizin. Durch die erweiterte Betrachtungsweise des Menschen erhalten Ärzte neue Einblicke in die Zusammenhänge von Gesundheit und Krankheit. Dieser Ansatz gewinnt in dem heute viel diskutierten Prinzip der Salutogenese neue Aktualität. Die Salutogenese kehrt den bisher geltenden pathogenetischen Ansatz um, indem sie fragt: „Warum bleibt der Mensch gesund?“ Während aus der Frage nach dem Krankmachenden die Versorgungsmedizin entstanden ist, fördert die Frage nach Gesundheit eine individuelle, eigenverantwortliche Medizin.