Heileurythmie
Die Heileurythmie ist eine Bewegungstherapie, die bereits seit 80 Jahren erfolgreich angewandt wird. Sie betrachtet den Menschen sowohl auf der körperlichen als auch seelisch und geistig-individuellen Ebene, spricht ihn therapeutisch also differenziert in seiner Ganzheit an und fördert so seine Eigenaktivität und seine Selbstheilungskräfte. Die heileurythmischen Bewegungen führen in eine dynamische Tätigkeit.
Die Grundelemente der Heileurythmie sind die in Bewegung umgewandelten Laute unserer Sprache, die je nach Indikation und therapeutischer Zielsetzung spezifisch angewandt werden. Die Gestaltungsdynamik, die in der Lautbildung - d.h. im Aussprechen von Vokalen und Konsonanten -enthalten ist, wird in der Heileurythmie in Bewegung umgesetzt und erlebbar gemacht.
Heileurythmie wird vom behandelnden Arzt verordnet und nach einem individuell aufgestellten Therapieplan von Heileurythmisten durchgeführt. Sie findet normalerweise als Einzeltherapie statt und dauert 45 Minuten (incl. Nachruhe). Ein Behandlungszyklus umfasst in der Regel 10 bis 15 Einheiten.
Künstlerische Therapien
Kunst ist das Tor zur Seele. Und bei jeder Krankheit ist die Seele mit beteiligt, auch bei Krebs. Deshalb sind die künstlerischen Therapien ein wichtiger Ansatz bei der Behandlung.
Anthroposophische Kunsttherapien sind Malerei, Musik, plastisches Gestalten und Sprachgestaltung. Im künstlerischen Tun regen Sie selbst – unter Anleitung eines Therapeuten – in sich heilende Prozesse an und entdecken dabei wichtige Quellen für Ihre Gesundheit. Denn die aktive Auseinandersetzung mit Ton, Holz oder Stein, mit Farbe, Form, Klang, Sprache und Bewegung führt zu einem neuen wahrnehmen, hören, sehen und fühlen. Das wirkt sich direkt körperlich aus. Gleichzeitig eröffnen sich damit neue und schöpferische Wege im Umgang mit der Umwelt und mit der eigenen Innenwelt und somit auch für die Bewältigung von Krankheit.
Für keine der künstlerischen Therapien müssen Sie eine besondere Begabung mitbringen, denn es geht nicht darum, ein perfektes Kunstwerk zustande zu bringen. Vielmehr kommt es darauf an, im kreativen Tun den künstlerischen Prozess zu erleben. Dabei wird auch die eigene Kreativität spürbar – im Dialog zwischen Innen- und Außenwelt sowie zwischen Nähe und Distanz. Das wirkt befreiend, beseelend und stärkend.
Zur Unterstützung dieser konventionellen Therapieformen gibt es so genannte komplementäre Maßnahmen (= begleitende, ergänzende Therapiemaßnahmen), welche die körpereigenen Kräfte in der Behandlung der Krebserkrankung unterstützen. Dies kann z.B. bedeuten, dass der Tumor besser angegriffen wird oder dass die Nebenwirkungen von der Chemo- und Strahlentherapie besser vertragen werden. Dabei ist eine komplementäre Behandlung um so erfolgreicher, je früher sie begonnen wird.
Integratives Selbstregulations-Training (IST)
Jeder Mensch hat seine ganz individuellen Gesundheits-Ressourcen, die ihm Kraft geben und Wohlbefinden vermitteln. Oft sind diese Quellen aber verschüttet – und es gilt, sie wieder freizulegen oder überhaupt erstmals zu entdecken. Dies ist gar nicht so schwer: Horchen Sie in sich hinein, hören Sie auf Ihre innere Stimme: Was brauchen mein Körper, meine Seele und ich selbst, damit es mir gut geht?
Und so geht es bei der Suche nach den eigenen Quellen der Gesundheit auch um Entscheidungen, um Ent-scheidungen im Wortsinne: sich trennen von dem, was belastet, zuviel Energie kostet, anhaltenden Stress verursacht, die Lebensfreude trübt. Statt dessen: herausfinden, was stärkt, kräftigt, Energie spendet, die Lebensfreude anregt. Es geht auch um existentielle Fragen: Wie ist mein bisheriges Leben verlaufen? Was will ich noch verwirklichen? Welche Möglichkeiten habe ich bisher noch nicht dafür genutzt? Wie will ich mein Leben jetzt, wo der Krebs fürs erste besiegt ist, gestalten?
Wenn Sie sich diesen Fragen ernsthaft stellen, wenn Sie nach ehrlichen Antworten darauf suchen, werden Sie feststellen, dass Sie sich der Krankheit viel weniger ausgeliefert fühlen. Dass Sie die lähmende Hilflosigkeit, in die die Diagnose „Krebs“ jeden Menschen stürzt, überwinden können, um Ihr Leben wieder aktiv selbst zu gestalten. Diese aktive Handlungsfähigkeit, die „Selbstregulation“, ist eine wichtige Kraft, um eine Krankheit aktiv zu bewältigen, aber auch, um gesund zu bleiben.
Was ist Selbstregulation
Unter Selbstregulation ist nach Ronald Grossarth-Maticek jede Eigenaktivität zu verstehen, die mit dem Ziel unternommen wird, Bedürfnisse zu befriedigen und Wohlbefinden zu erreichen. Stark vereinfacht könnte man sagen: Wer in der Lage ist, in sich selbst ein „gutes Gefühl“ zu erzeugen und innere Ausgeglichenheit herzustellen, auch und gerade, wenn von außen Stress an ihn herangetragen wird, hat eine gute Selbstregulation.
In einer Studie wurden über 10.000 Krebspatienten mit zum großen Teil fortgeschrittenen Krankheitsstadien untersucht, und ihre Selbstregulation mit einem umfangreichen Fragebogen getestet und bewertet. Das Ergebnis war eindeutig: Je besser die Selbstregulation der Patienten, umso länger überlebten sie die Erkrankung, und zwar unabhängig davon, welcher Krebstherapie sie sich unterzogen. Die Studie untersuchte auch die Frage der Wirksamkeit der Misteltherapie an über 1.000 Patienten mit dem Ergebnis, dass sich die durchschnittliche Überlebenszeit der Krebspatienten deutlich verlängerte, wenn diese sich einer Misteltherapie unterzogen. Ein weiteres interessanteste Ergebnis der Studie war, dass Patienten, die eine Misteltherapie erhielten, einen höheren Selbstregulationsgrad aufwiesen als andere.
Misteltherapie und Selbstregulation ergänzen sich:
- Je besser die Selbstregulation, umso länger die Überlebenszeit bei allen Formen der Krebserkrankung.
- Die Misteltherapie verlängert ebenfalls deutlich die Überlebenszeit und verbessert die Selbstregulationsfähigkeit.
- Patienten mit guter Selbstregulation haben bei gleichzeitiger Misteltherapie die besten Chancen, länger und besser zu überleben.
Wenn Sie nun die akute Behandlung hinter sich gebracht haben, besteht genügend Zeit, sich in Ruhe mit dem Thema Selbstregulation auseinander zu setzen. Um Sie in dieser Situation zu entlasten, um Ihnen zu helfen, den Weg zu dieser aktiven Lebensgestaltung zu finden, hat Weleda das „Integrative Selbstregulations-Training“, abgekürzt „IST“, aufgelegt. Das Kompendium wurde von dem Psychologen und Arzt Gerhard von der Lehr ausgearbeitet.
Das IST-Programm besteht aus einem knapp 100seitigen Trainingsleitfaden, in dem Sie zum einen noch mehr zum Hintergrund der Selbstregulation erfahren, zum anderen aber anhand eines ausführlichen Fragebogens selbst oder gemeinsam mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Therapeuten/Ihrer Therapeutin Ihre Selbstregulationsfähigkeit prüfen und erarbeiten können. Ein Instrument dafür sind die so genannten „Werkzeuge“, mit denen Sie Ihre Selbstregulation vertiefen oder auch Muster erkennen können, die Sie daran hindern, diese Fähigkeit für sich zu entwickeln.
Mit Hilfe des Leitfadens können Sie auch herausfinden, wo sich Stress-Produzenten in Ihrem Alltagsleben eingenistet haben und wie Sie diese Stressoren am besten ausschalten. Das Integrative Selbstregulationstraining können Sie sich als PDF herunterladen bei unseren Broschüren zur integrativen Krebstherapie.