Was ist Krebs und wie entsteht er?
Krebs kann vieles sein: Krankheit, Schicksal, Chance, Lebensdrama oder Tragödie, biographischer Wendepunkt. Immer jedoch ist Krebs ein biologischer Prozess, der zum Leben gehört.
Jeden Tag sterben in unserem Körper Millionen von Zellen ab und es entstehen dafür neue, indem eine absterbende Zelle sich vorher teilt. Der Zeitpunkt des Absterbens der Zelle (Apoptose) ist bereits bei ihrem Entstehen in den Erbanlagen jeder einzelnen Zelle festgelegt. Bei der Teilung gibt sie diese Anlagen mit allen anderen Informationen an die neu entstehende Zelle weiter: z. B. wie diese auszusehen hat, was sie zu tun hat, wie oft sie sich teilen soll und wann sie abzusterben hat. Den Lebensweg einer Körperzelle vom Entstehen bis zur Teilung und Apoptose nennt man Zellzyklus. Wenn bei diesem höchst komplizierten Prozess etwas schief läuft, entsteht eine entartete Zelle. Diese kann einfach absterben oder sie kann sich weiter teilen und immer mehr entartete Zellen produzieren – in diesem Fall entsteht ein Tumor, der eigentlich bloß ein Klumpen "falscher" Zellen ist.
Wenn Sie sich vor Augen halten, dass täglich Millionen von Zellen den ihnen vorbestimmten Weg der Teilung und des Absterbens gehen, wird klar, dass auch jeden Tag irgendwo im Körper "Unfälle" passieren und Tumorzellen entstehen können. Wenn alles normal läuft, wird unser Immunsystem aber damit fertig. Zum Beispiel haben die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) die Aufgabe, "Zellmüll" zu erkennen und zu vernichten, indem sie Tumorzellen buchstäblich "auffressen". Nur wenn die entarteten Zellen zu viele sind oder das Immunsystem zu schwach, geht der tägliche Kampf verloren, und es entsteht aus einzelnen "schlechten" Zellen ein Tumor beziehungsweise Krebs.
Ein Tumor kann gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein, oft weiß man dies aber erst, wenn er herausoperiert und untersucht wurde. Übrigens sind beispielsweise etwa 80 Prozent aller Tumoren der Brust gutartig. Das Besondere an Tumorzellen ist, dass sie sich immer weiter teilen und vermehren. Es bildet sich eine sogenannte raumgreifende Geschwulst, die in das umliegende Gewebe oder Organ hineinwächst (Infiltration), es behindert und schließlich abtötet, weil die Geschwulst Platz braucht.
Für die Medizin sind bösartige Tumore (die wichtigsten unter ihnen nach ihrem Ursprung auch Karzinome genannt) die Zielscheibe der Krebsbehandlung. Ein Patient gilt als geheilt, wenn über einen Zeitraum von fünf Jahren das gefundenen Karzinom nicht wieder auftritt. Leider bleibt es im Verlauf einer Krebserkrankung oft nicht bei einem einzelnen Tumor, denn aus einer einzigen entarteten Zelle kann eine Geschwulst werden. Wenn sich nun vom ursprünglichen Tumor (Primärtumor) eine Zelle löst, wird sie über das Blut- oder Lymphsystem weggeschwemmt. Auf ihrem Weg wird sie nun entweder von einer Abwehrzelle vernichtet oder sie siedelt sich irgendwo im Körper, an einem Organ oder Lymphknoten an und bildet eine Tochtergeschwulst (Metastase) und aus einem Tumor ist ein zweiter geworden.
Unser Körper besteht aus Tausenden Arten von Zellen, Sie werden sich vorstellen können, dass daher vergleichbar viele unterschiedliche Karzinome vorkommen können. Manche Arten wachsen sehr langsam und "streuen" nicht (sie setzen keine Metastasen), manche wachsen mit großer Geschwindigkeit und streuen viel, andere wiederum bilden keine soliden (feste) Tumoren – wie der Blutkrebs (Leukämie) oder der Lymphkrebs (Lymphom, Morbus Hodgkin).
Das Entstehen eines Tumors kann durch viele Faktoren begünstigt werden. Äußere (exogene) Faktoren wie eine verminderte Mikronährstoff-Aufnahme (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente), Alkohol, Nikotin, Schadstoffe in Nahrungsmitteln, Umweltgifte, Strahlung und Viren können beispielsweise die Zellteilung ungünstig beeinflussen. Auch innere (endogene) Faktoren wie Stress und seelische Belastung können diesen Effekt haben, und nicht zuletzt weiß man, dass bestimmte Formen der Krebserkrankung erblich (hereditär) sind.
Die 7 Krebs-Warnzeichen
- Jede nicht heilende Wunde und jedes nicht heilende Geschwür
- Knoten und Verdickungen in oder unter der Haut – besonders im Bereich der Brustdrüse – sowie ungewöhnlich auffällige Lymphknotenschwellungen
- Jede Veränderung an einer Warze oder einem Muttermal
- Anhaltende Magen-, Darm- oder Schluckbeschwerden
- Dauerhusten oder Dauerheiserkeit
- Ungewöhnliche Ausscheidungen aus Körperöffnungen (zum Beispiel Blut im Stuhl, Bluthusten, blutiger Urin)
- Unregelmäßige Monatsblutungen oder Scheidenausfluss mit Blutbeimischung sowie Blutungen nach Aufhören der Monatsblutung in den Wechseljahren